Man soll die Feste feiern…

Von der anstrengenden Leichtigkeit… Nur ein Wort: Familienfest! Das ist schön und nicht schön zu gleich. Wir sind eine große Familie. Eine sehr große. Dementsprechend verlaufen solche Partys immer ein bisschen lauter und anstrengender. Deswegen aber nicht weniger schön. Leider entziehen sich meine Großeltern zunehmend solchen Veranstaltungen. Beide über 80. Opa mit zunehmender Demenz. Ein bisschen verstehen kann ich das schon. Es sind nun mal viele Leute, vor allem viele Kinder. Was auch immer eine gewisse Dynamik mit sich bringt. Dennoch finde ich eine generelle Ansage „Wir kommen zu keinen Geburtstagen mehr!“ sehr grenzwertig. Zumal sie sich nur innerfamiliäer daran halten, Geburtstage von Freunden und Bekannten werden selbstverständlich besucht! Zu diesem Geburtstag konnte ich mit erleben, dass es eben nicht nur für mich, sondern auch für andere meiner Familie (in dem Falle für das ansonsten recht taffe Geburtstagskind) verletzend wirkte. Alte Leute sind komisch. Anders seits. Machen wir uns den Stress nicht selber? Zur letzten Familienfeier war ich nicht so ganz fit. Weswegen ich mehr oder weniger als Beobachter daneben sass. Viele Leute sind an sich mit der Zeit schon ermüdend. Erfreulicherweise sind unsere Kinder nicht mehr in dem Alter, in dem man ihnen permanent nachlaufen muss. Mehr Zeit für Beobachtungen. Mütter, die Stein und Bein schwören, Familie sei das Heiligste, sie würden alles für ihre Kinder tun, aber ihre Erstgeborenen im Vorbeifahren mal eben auf der Geburtstagsparty abgeben, um dann gechillt nach Hause zufahren und ein paar Stunden später erst wieder zu erscheinen. Kümmert sich schon wer. Sind doch genug Leute da. Anschliessend beim Abendessen eben jenes Kind mit einem Blick bedenken, der einen Erwachsenen das Fürchten lehren würde. Auslöser: der 3 Jährige wollte statt neben der Vorzeigemama viel lieber neben seinem Papa sitzen. Wer kann es ihm verdenken. Wenn ich könnte, würde ich derartiges Schaulaufen der Eitelkeiten auch meiden. Allerdings kann ich mich nicht hinter meinem Alter oder meinem Geisteszustand verstecken. Mir bliebe wohl nur die Wahrheit zu sagen. Was ziemlich kontraproduktiv und auch recht verletzend wäre. Ich mag eben keine Situationen, in denen mir Leichtigkeit mit einer solchen Anstrengung vorspielt wird, dass mein Gedankenkarusell in einer Endlosschleife wiederholt: Zum Glück sind Geburtstage nur einmal im Jahr!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*