Star Trek Beyond (Kino)

Star Trek Beyond
Ja… Tochterkind hat uns zum Kinobesuch überredet. Dieses Mal in einem eher kleinen Familienkino. In der Nachmittagsvorstellung. 🙂 7,50€ pro Karte für 2h Action vom Feinsten. Perfekt.
Wie man dem Anfang schon entnehmen kann… Beyond gefällt. Auch wenn man, wie ich, vorher Reviews gelesen hat und mit gemischten Gefühlen ins Kino geht. Völlig unnötig. Klar, Beyond ist tatsächlich so actionlastig wie es im Vorfeld beschrieben wurde. Ob es jetzt an dem Regisseur liegt oder einfach nur am Wandel der Zeit (auch Star Trek muss Leute ins Kino locken um zu verkaufen), kann ich nicht sagen. Aber geht man einfach mal unbelastet ran (ich habe versucht meinen Fehler bei den ersten beiden Reboots wegzudenken und eben keinen Vergleich zu ziehen), dann tut Beyond in erster Linie das, was ein Kinofilm tun soll: unterhalten. Und das mal volle Kanne mit Action und wechselnden Szenen, in einem Tempo das man manchmal noch mal zurückschalten möchte, um sich alle Details anzusehen. Andererseits aber auch mit leisen Tönen, Gefühlen und Unterhaltungen die Tiefgang und Nähe vermitteln. Kirk erscheint im ersten Schnitt ziemlich… ich will nicht sagen gealtert, aber doch erwachsener, reifer. Das glattrasierte Milchbubigesicht ist nahezu verschwunden. Man ist durchaus geneigt ihm den inzwischen gestandenen Captain abzunehmen. Selbst die Amtsmüdigkeit am Anfang des Filmes kauft man ihm ab. Zumal es in einer sehr schönen Szene mit Pille endet. Ganz ohne bösen Sarkasmus, nur ein schönes, intimes Gespräch zwischen Freunden. Im Allgemeinen nähert sich dieser Star Trek Film wieder den ursprünglichen Werten von Familie, Zusammenhalt und Vertrauen an, die Roddenberry darstellen wollte. Und ganz ehrlich, genau das ist es doch, was man bei Star Trek sehen will. Ein Captain, der authentisch den Eindruck vermittelt, nur für sein Schiff und seine Crew zu existieren. Um im Gegenzug von seinen Leuten (Uhura eingeschlossen) nahezu blindes Vertrauen zu erfahren. Jaylah… irgendwie süss mit ihrer Bemalung aber vor allem Taff und Bereit für alles. Ein nettes Helferlein, die trotz aller Zweifel voll enthusiatisch mitzieht und dafür ihren Wunsch, den Planten zu verlassen, erfüllt bekommt. Sie bringt dieses Mal die Musik mit. Das „Wummern und Schreien“, wie sie es nennt, rettet sie schlussendlich alle. (Jaylah, hier im Kapitänssessel des Schiffes, welches sie „ihr Haus“ nennt. Kirks verwirrter Blick… unbezahlbar) Und ja, jedem Trekkie dürfte das Herz bluten, als diese nagelneue Enterprise vollständig in ihre Einzelteile zersprengt wird und die Untertasse schliesslich ausgebrannt und komplett zerstört zwischen Felsen aufschlägt. Geht übrigens Kirk nicht besser, als er in den Resten seiner Brücke steht. Man hat direkt ein bisschen Mitleid. Aber ausweglose Situationen gibt es nicht, so kommt da auch erst gar kein Zweifel auf, dass auch hier alles wieder gut wird. Wunderbar finde ich die langen Spock vs. McKoy Momente. Die just im selben Shuttle landen und sich in alter TOS Manier mehr oder weniger fröhlich die Pointen um die Ohren schmeissen und ganz nebenbei dennoch effektiv und erfolgreich zusammenarbeiten. Entgegen anders lautender Reviews stört mich weder Sulus Familie aus Mann und Tochter, noch Kirk’s Motorradstunt. Bei Ersterem ist der Einbau in die Szenerie so subtil, das es weder die Szene noch die Figur des Sulu an sich stört. Der Motorradparcour geht so wahnwitzig leicht und flüssig durch spitze Felsen und über holpriges Geröll… das ist so schräg und abgehoben, dass es schon wieder Kirk-like ist. Passt. Zumal auch hier spürbar der Gedanke seine Crew zu retten bzw. zu schützen, im Vordergrund steht. Mein Fazit: ein gelungenes Actionspektakel mit Unterhaltungswert. Die Kinokarte lohnt sich auf jeden Fall. Aus meiner Sicht der bisher beste Reboot. Der einzige Kritikpunkt ist der, den ich auch bei 2009 schon hatte… wo ist der Bösewicht? Krall ist, nun ja, keine klassische Schönheit, aber auch nicht so hässlich, dass er einem von Haus aus Angst macht. Zumindest nicht, wenn er Vollvermummung trägt. In den letzten Szenen mit seinem (fast) normalen Gesicht, wirkt er wesentlich einschüchternder. Das Warum und Weshalb erklärt sich eher so nebenbei und das auch er ein ehemaliges StarFleet Mitglied ist, das Groll gegen selbige hegt, das stört nicht so wirklich. Was mich deutlich mehr nervt, ist seine feuchte Aussprache. Nein, die spürt man im sicheren Kinosessel nicht, aber man sieht sie, das reicht schon. Zumal Krall echt schwer zu verstehen ist und wenn ich die Ausgüsse des Bösen akustisch nicht wahrnehmen kann, kann ich auch nur schwer Angst davor haben. Der Film endet natürlich im Happy End und mit der (stummen) Versicherung seitens Kirk UND Spock, auf der Enterprise zu bleiben. TOS like. Und zudem… wie alle, mit einem kilometerlangen Abspann gefüllt mit „wummern und schreien“. Bis auf zwei Szenen, in denen das Universum tatsächlich vollkommen verstummt:“In liebevoller Erinnung an Leonard Nimoy“ und schlicht „für Anton“

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