Ostern in laut

Ich glaube, dieses Mal sagt der Titel des Wochenrückblickes wirklich alles.

Die Kinder hatten eine Woche Osterferien. Natürlich nicht nur die Schulkinder. Sind die großen Drei zu Hause braucht die Kurze freilich auch nicht in die Kita. Während der Schulferien ist keine Vorschule. Daher verpasst sie auch nichts. Außerdem hat sich in den letzten Wochen ein Eindruck manifestiert, das Kind langweile sich in der Kita. Nicht erstaunlich. Bis zum Schulanfang sind es nur noch paar Wochen. Der Zwerg ist reif für den nächsten Schritt.

Die Schritte in den diesjährigen Osterferien waren begrenzt. Dens das Wetter war nahezu durchweg bescheiden. Das bedeutete für mich, jeden Tag vier Kinder von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Laut und anstrengend. Wann haben Kinder eigentlich verlernt, sich selbst zu beschäftigen? Meine Vier jedenfalls waren vom Wetter sprichwörtlich ein bisschen angepisst. Und spätestens an Tag Drei setzte sich langsam die Langeweile durch.

Am Ostermontag übernahmen wir noch die Bespassung mit einer Tour ins Weltraummuseum in Morgenröthe- Rautenkranz. Nostalgie und Vision, Vergangenheit und Zukunft in Einem. Allerdings hatten wir uns doch mit dem Fahrtweg verschätzt. Zeitlich gesehen zumindest. Für die Ausstellung blieb nicht soviel Zeit, wie wir gerne gewollt hätten. Landschaftlich haben wir eine nette Erzgebirgsrundfahrt unternommen. Und dabei Straßen und Ecken gesehen… sowohl schaurig wie auch schön. Alle Infos und Bilder gibt es natürlich unter Family auf Tour – Das Weltraummuseum Morgenröthe- Rautenkranz.

Die Langeweile der Kinder brachte mal wieder die technischen Spielsachen auf den Plan. Unsere Politik der elektronikfreien Woche hält ja nach wie vor an. Auch ziemlich komplikationslos. Meistens zumindest. Klar, Ferien sind verschärfte Bedingungen. Würde das Wetter mitspielen, dann würde sich das Problem auch gar nicht erst stellen. So aber haben wir die Regeln ein bisschen gelockert. Statt 0 Minuten elektronischer Spielzeit gab es 30 Minuten pro Kind und Tag. Das funktionierte ganz gut. Allerdings ist der Streitpegel unter den Kindern deutlich höher mit elektronischen Spielsachen als ohne. Ein nicht unrelevanter Zustand. Vor allem, wenn man, wie ich, arbeiten soll, während alle 4 Kinder zuhause sind. Mit jeder Menge gutem Zureden und noch mehr Bitten leise zu sein, schlussendlich auch gelegentlichen Verbannungen aus dem Wohnzimmer, ging es dann. Die Nachmittage verbrachten wir mit wechselndem Besuch. Kind 3 feierte seinen 10. Geburtstag. Lego Wünsche sahen sich ausnahmslos erfüllt. Auch wenn die Figuren aus Lego „Minecraft“ zum Kopf schütteln verleiten. Hier stellt sich wirklich die Frage, ob das noch Spielzeug und tatsächlich kindgerecht ist. Irgendwie doch bedenklich. Der Kindergeburtstag an sich wird zum Leidwesen von Kind 3 leider noch eine ganze Weile auf sich warten lassen müssen. Die nächsten Wochenenden sind mit Vorbereitungen auf und schließlich der Konfirmation von Kind 1 verplant. Ist schon soweit.

Aber wir haben auch einiges an Vorbereitung für eben jene Konfirmation geschafft. Der Grossteil der Garderobe steht nun. Und wir haben einen Teil der Geschenkefrage geklärt. Inklusive der Schmuckfrage. Oma und Opa hatten sich dieses Wunsches angenommen, da diese aber beruflich eingespannt waren, erledigten auch wir das. Also Mama die Kinder geschnappt und ab zum Juwelier. Ein schwerer Job. Für mich und die nette Juwelierin. Denn Kind 1 war sich absolut nicht im Klaren darüber, was sie denn nun eigentlich wollte. Aber die junge Frau löste das gut. Ich denke, das werde ich unseren Tests zuordnen. Jedenfalls haben wir Kette und traumhaft schöne Ohrringe bekommen. Ohne das sie ein Vermögen kosten. Etwas teurer ist es geworden, weil Mama sich in einen Ring verliebt hat. 🙂

Geschenke für Mama gabs dann Ende der Woche nochmal. Mein Samstag brachte nämlich eine sehr überraschende Geste: Ich bin seit ziemlich genau 7 Jahren in meinem Job. Und ich habe mit den Leuten, für die ich zuständig und verantwortlich bin nicht immer nur Spaß oder Friede, Freude, Eierkuchen. Ganz im Gegenteil. Mit manchen Mitarbeitern ergeben sich echt heftige Streitereien. Um alles Mögliche. Von den banalsten Missverständnissen, bis hin zu Einstellungs- und Arbeitsmoralkämpfen. So auch mit dieser einen, die mich an jenem Samstag mit einen wunderschönen Strauß per Fleurop überraschte. Eine tolle Geste. Der Strauß steht noch immer auf meinem  Schreibtisch und umhüllt mich mit seinem Duft.

Sonntag ist Schontag. Auch bei Uns. Bei dem Wetter blieb einem auch nicht weiter viel übrig. Wolkig, kalt, Schnee- Regen- und Hagelschauern. Einfach nur bäh. Nach dem Familiengottesdienst, in welchem sich die diesjährigen Konfirmaten vorstellten, Kind 1 mitsamt dem Glaubensbekenntnis inklusive, igelten wir uns zuhause gemütlich ein. Die Wäscheberge bearbeiten sich ja leider auch nicht von alleine.

Meine Fortschritte mit Stieg Larsons „Verblendung“ halten sich leider in Grenzen. Ich will nicht sagen, das die Story nicht fesselnd ist. Aber dennoch finde ich einfach nicht den richtigen Einstieg. Liest sich leider zäh. Vorwärts geht es dagegen an der Nähmaschine. Meine Schwägerin über lies mir eines ihrer Schnittmuster. Kind 1 bekam ihr Kleid samt Bauchtasche und Kapuze. Damit fand endlich der Gecko- Stoff Verwendung. Die Näh- Zeit war an sich schon deutlich länger als bei meinen bisherigen Projekten. Dies war allerdings auch das erste Mal, das ich „so richtig“ mit einem Schnittmuster gearbeitet habe. War anfangs kompliziert, aber mit ein bisschen eindenken an sich leichter als ich dachte. Das Ergebnis kann sich, denke ich, sehen lassen. Kind 1 gefällt es. Mir auch. So sehr, das ich das nochmal für Kind 4 gemacht habe. Mit lustigem Marienkäferstoff und ohne Schnittmuster. Klappte perfekt. Abweichend war hier lediglich die fehlende Kapuze. Und da der Stoff weniger dick war, dieses mal auch „nur“ mit dreiviertellangen Ärmeln. Irgendwann muss der Frühling doch mal kommen!

Der Sonntag endete somit mit einem Lacher. Ich hatte gerade die Bauchtasche ans Vorderteil des Kleides von Kind 4 genäht, beides hing noch über die Nähmaschine, als Kind 4 das Wohnzimmer betrat. Sie warf einen interessierten Blick auf „ihren“ Marienkäfer- Stoff und fragte dann: „Mamaa! Für wen ist den der Schlüppi?“

In diesem Sinne: Alles wird gut. 🙂

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