Ausnahmezustan

Mein Mann hat seinen Job gekündigt. Nein, das ist nicht der Ausnahmezustand! Das war die richtige Entscheidung! Er war unglücklich, unzufrieden und ein Stück weit vorm Burn Out. Auch der Alltag zu Hause, ohne den Job, war nicht entspannt oder ruhig. 15 Jahre im Job.14 Jahre Nachtschicht. Das System hatte sich eingeschliffen. Alles war gut. Selbst schwierige Phasen, wie die der Kurzarbeit haben wir überstanden. Dann der Wechsel. Neues Modul, neue Kollegen und letztendlich ein neues Schichtssystem. Der Anfang vom Ende. Die Kündigung war richtig. Man hat sich nach langen Diskussionen geeinigt. Vorher hatten wir alle Eventualitäten (Arbeitsamt, Sperre, neuer Job während der Kündigungsfrist, etc) geklärt. Alles war gut. Die 6 Monate Auszeit haben uns allen so unsagbar gut getan. Als würde man die Reset- Taste drücken. Alles auf 0 zurüclsetzen. Dann der sprichwörtliche Silberstreifen am Horizont. Vorstellungsgespräch. Neuer Job. Traumjob! Genau das Berufsfeld das er wollte. Auch als Quereinsteiger. Perfekt! Der neue Arbeitgeber gab Hausaufgaben: sich nur für diesen Job zu entscheiden, wenn es langfristig läuft. Mein Mann hat sich die Entscheidung über Wochen schwer gemacht. Wirklich schwer. Aus verschiedenen Gründen. Auch aus finanziellen. Aber das haben wir geschluckt. Traumjob kostet. Die Kündigungsfrist des Einen lief ab. Am Tag danach startete das Neue. Perfekt. Zu Perfekt. Mehr Schein als Sein. Unzufriedenheit mit dem direkten Chef. Schnippische Aussagen, die man sich in keiner Position leisten kann, schon gar nicht in der des Vorgesetzten. Mein Mann ist ein Korrekter. Es wird kein Chaos aus fliegenden Kabeln, etc hinterlassen. Nein, es wird „ordentlich“ gemacht. Soviel Zeit muss sein. Ist es aber nicht! Das störte ihn. Aber okay, man muss Kompromisse finden. Sicherheitbedenken? Egal, die Baustelle muss fertig werden. Auch das nimmt man im Kauf. Wenn auch gezwungenermassen. Und soll ich mal was sagen? Es hat Spaß gemacht! Selbst das frühe Aufstehen, früher ein Riesenthema, jetzt plötzlich so gar kein Problem. Es war einfach großartig. Warum war? Weil es vorbei ist. Vor 2 Tagen wurde ihm die Kündigung ausgesprochen. Aus heiterem Himmel. Dringende betriebliche Gründe. Formell gesagt. Unformell bedeutet das, einen unfähigen Niederlassungsleiter, ein Firmenchef der zu lange die Augen verschlossen hat. Misswirtschaft ausgetragen auf dem Rückens meines Mannes. Jaja, ich weiß, die Möglichkeit arbeitslos zu werden bestand schon beim Gedanken an die von uns ausgehende Kündigung. Ich weiß nicht genau, warum es gerade jetzt so schwer und ernst wird. Für mich. Mein Mann akzeptiert. Schlicht. Einfach. Ohne Grollen. Die Zeit ist nicht verloren. Er konnte wertvolle Erfahrungen sammeln. Er konnte Kontakte knüpfen. Und er konnte vor allem Eines: erleben, das dieser Job genau das ist, wonach er schon lange suchte! Es ist nicht gut gelaufen. Aber das macht nichts! Das ist nicht der einzige Arbeitgeber. Es wird weiter gehen. Vielleicht sogar mit einer eigenen Existenzgründung. Auf Nacht folgt Tag. Immer! Auch wenn ich mich anfangs sehr schwer getan habe. Mein Mann hat es ausschliesslich posotiv gesehen, trotz des negativen Endes. Und das ist der Weg!

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